Der Offene Dialog ist ein beziehungsorientierter Ansatz in der Psychiatrie, der auf sofortige Hilfe, Transparenz und die sofortige Einbeziehung des sozialen Netzwerks der betroffenen Person setzt. Der Offene Dialog fördert in gemeinsamen Gesprächen (Netzwerkgesprächen) Krisen besser zu verstehen und gemeinsam Lösungen zu finden. Ziel ist unter anderem, die Eigenkompetenz zu stärken, die Vermeidung von Zwang und die Reduzierung von Medikamenten.
Die Basisfortbildung Offener Dialog richtet sich an Menschen aus psychosozialen, medizinischen und beratenden Arbeitsfeldern, die ihre Praxis stärker dialogisch, beziehungsorientiert und vernetzt gestalten möchten. Der Offene Dialog, ursprünglich in Finnland entwickelt, hat sich insbesondere in der Begleitung von Menschen in psychischen Krisen als wirkungsvoller Ansatz erwiesen. Im Zentrum steht der Dialog - das gemeinsame Verstehen der Situation – unter aktiver Einbeziehung des sozialen Umfelds und aller relevanten Beteiligten.
Die Basisfortbildung vermittelt die sieben zentralen Prinzipien des Offenen Dialogs und eine dialogische Haltung, die für eine vernetzte Praxis unerlässlich sind. Hier erfahren Sie, wie Sie Beziehungen stärken und Unterstützungssysteme aktiv gestalten können.
Sofortige, offene Kommunikation schafft Vertrauen und ermöglicht schnelle, angepasste Hilfe in Krisen.
Anpassungsfähigkeit an individuelle Bedürfnisse und die gleichberechtigte Einbeziehung aller relevanten Perspektiven.
Das bewusste Aushalten von Unsicherheit und das Respektieren unterschiedlicher Sichtweisen ohne vorschnelle Deutungen.
Stärkung von Beziehungen und aktive Einbeziehung des gesamten sozialen Umfelds für nachhaltige Unterstützung.
Das Netzwerkgespräch ist der zentrale Ort, an dem sich alle relevanten Personen – Klient:in, Angehörige, Freund:innen und professionelle Helfer:innen – treffen, um gemeinsam eine akute Krise zu verstehen und Lösungsansätze zu entwickeln. Es fördert einen offenen Austausch und stärkt die kollektive Kompetenz des Netzwerks.
Jede Stimme zählt: Alle Anwesenden teilen ihre Perspektiven und Gefühle gleichberechtigt, um ein umfassendes Bild der Situation zu erhalten.
Gemeinsam werden vorhandene Stärken und Unterstützungsmöglichkeiten im sozialen Umfeld identifiziert und aktiviert, um die Krise zu bewältigen.
Entscheidungen werden gemeinsam getroffen und alle Informationen offen kommuniziert, um Vertrauen zu schaffen und Eigenverantwortung zu fördern.
Der Fokus liegt auf dem dynamischen Prozess des Verstehens und der Gestaltung von Hilfe, nicht auf vorschnellen Diagnosen oder starren Plänen.
Die soziale Netzwerkkarte ist ein zentrales Instrument im Offenen Dialog, um das soziale Umfeld eines Klienten sichtbar zu machen und gegebenenfalls Unterstützungsressourcen zu aktivieren. Sie visualisiert Beziehungen in den Bereichen wie Familien, Freunde oder Institutionen. Die Netzwerkkarte sollte so früh wie möglich erstellt werden. Sie ist eine Momentaufnahme!
Zeigt wichtige Beziehungen und ihre Dynamik im sozialen Umfeld.
Macht vorhandene Stärken und Unterstützungen sichtbar.
Kann als weitere Gesprächsbasis dienen, wenn Betroffene einverstanden sind.

Erlernen Sie spezifische Kommunikationstechniken für die Netzwerkarbeit, um Beziehungen zu stärken und alle Beteiligten aktiv in den Dialog einzubeziehen. Dies ist die Grundlage für effektive Unterstützung.
Entwickeln Sie eine Haltung, die geprägt ist von der Anerkennung vielfältiger Perspektiven, dem Aushalten von Unsicherheit sowie einer konsequenten Prozess- und Ressourcenorientierung.
Die Basisfortbildung wird neben theoretischem Input sehr viele praktische Übungen (Selbsterfahrung) beinhalten, so dass eine Umsetzung in der alltäglichen Arbeit erfolgen kann.
Im Arbeitsalltag empfiehlt der Offene Dialog, dass ein Gespräch oder Besuche bei Klient:innen nach Möglichkeit von 2 Professionellen stattfinden sollte.
Daher raten wir Anmeldungen von mindestens 2 Personen aus einer Organisation oder Abteilung. Diese können sich dann im Arbeitsalltag leichter in der Umsetzung unterstützen. Gibt es schon regionale Netzwerke oder ähnliches sind auch einzelne Anmeldungen sehr gerne willkommen.
Die Weiterbildung wird von Ulrich Wesseloh, Fachkrankenpfleger für Psychiatrie, Supervisor, Suchtberater und Coach, zusammen mit weiteren erfahrenen Trainer:innen geleitet.
Ulrich Wesseloh
Fachkrankenpfleger für Psychiatrie, Supervisor, Suchtberater und Coach, Lehrer/Ausbilder OD basierte psychiatrische Fachweiterbildung
Tania Breyer (Sozialpädagogin, OD-Trainerin, Gemeindepsychiatrie-Koordinatorin, systemische Coachin)
Heike Siemers (Ambulante Psychiatrische Fachpflegekraft, Dozentin Recovery-College, OD-Trainerin)
Céline Mussafer (Sozialarbeiterin)
Nicolas Witschen (Sozialarbeiter, Coach und Supervisor)
Marlen Wagner (Sozialarbeiterin und Kunsttherapeutin)
Die Basisfortbildung Offener Dialog ist modular aufgebaut und bietet intensive Lernphasen sowie begleitende Unterstützung für die praktische Umsetzung im Arbeitsalltag.
Die Weiterbildung umfasst neun Workshops à zwei Tage, jeweils mittwochs und donnerstags von 9-17 Uhr. Dies entspricht insgesamt 144 Unterrichtsstunden. (180 UE)
Zwischen den Workshops werden fünf ZOOM-Sitzungen angeboten, die von Ulrich Wesseloh geleitet werden. Sie dienen der Unterstützung bei der Umsetzung des Erlernten in der eigenen Praxis. (20 UE)
Für das Vollzertifikat ist eine aktive Teilnahme an mindestens 80% aller Seminartage sowie der Nachweis, dass zwei Netzwerkgespräche im eigenen Arbeitsumfeld oder anderen Kontexten aktiv moderiert worden sind. Des Weiteren sollen im Verlauf der Weiterbildung drei Netzwerkkarten mit eigenen Klient:innen erstellt werden.
Versäumte Seminare können kostenfrei in anderen Regionen nachgeholt werden. Ein Zertifikat kann auch nachträglich ausgestellt werden, wenn die Voraussetzungen erfüllt sind.
Wir möchten die systemische Weiterbildung im Offenen Dialog so zugänglich wie möglich machen. Wir würden uns über eine sehr große Anzahl von Anmeldungen von Psychiatrieerfahrenen, Erfahrungsexperten, Ex-In, Peers und Angehörigen freuen.
Hier finden Sie alle wichtigen Informationen zu den Voraussetzungen, Kosten und Anmeldemöglichkeiten.
Offenheit für neue dialogische Ansätze und die Bereitschaft zur Selbstreflexion. Spezielle Vorkenntnisse im Offenen Dialog sind nicht erforderlich.
Die Gesamtkosten für die Weiterbildung betragen 1.950,00 EUR. Dies beinhaltet alle Workshop-Module und die begleitenden ZOOM-Sitzungen.
Eine Förderung durch einen Bildungsgutschein oder andere Programme ist unter Umständen für Sie oder auch für Ihren Arbeitgeber möglich.
Wir beraten Sie gerne zu den Optionen. Bitte melden Sie sich möglichst frühzeitig, da die Bearbeitung der Bildungsgutscheine einige Zeit in Anspruch nehmen kann.
Für eine persönliche Beratung oder zur Anmeldung kontaktieren Sie uns bitte per E-Mail: [email protected].
Zu allen inhaltlichen Fragen betreffend des Offenen Dialogs:
Start: 26. Mai 2027 | Ort: Cassellapark, Cassellastraße 30-32, 60386 Frankfurt (Fechenheim) – Die Workshops finden jeweils von 9:00 bis 17:00 Uhr statt.
26./27.05.2027
07./08.07.2027
11./12.08.2027
22./23.09.2027
03./04.11.2027
08./09.12.2027
26./27.01.2028
15./16.03.2028
26./27.04.2028